Der Nobelpreis für Medizin ging 2005 an die Australier Barry J. Marshall und J. Robin Warren. Sie erhielten die Auszeichnung für die Entdeckung des Magenbakteriums Helicobacter pylori. Das führte zu der Erkenntnis, dass Gastritis und Magengeschwüre in vielen Fällen Infektionskrankheiten sind.
Warren arbeitete als Pathologe in Perth. Er beobachtete zunächst kleine Keime mit schlangenförmigen Fortsätzen, die bei 50 Prozent der Patienten, bei denen man Biopsieproben gemacht hatte, den unteren Teil des Magens bewohnten. Der Wissenschaftler - so das Nobelpreiskomitee - machte damit die entscheidende Beobachtung, dass die Entzündungen im Magen immer in der Magenschleimhaut in nächster Nähe zu den Bakterien entstanden.
Marshall interessierte sich als junger Mikrobiologe für die Forschungsresultate seines nunmehrigen Nobelpreis-Kollegen und führte eine Biopsiestudie bei 100 Magengeschwür-Patienten durch. Nach mehreren Versuchen gelang es dem Wissenschaftler, die bis dahin unbekannten Keime im Labor zu kultivieren. Sie erhielten später den Namen Helicobacter pylori. Gemeinsam gelang den Forschern schließlich der Nachweis, dass H. pylori (Bild rechts) praktisch bei allen Patienten mit chronischer Gastritis sowie wiederkehrenden Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren vorhanden war und die eigentliche Ursache für deren Entstehen darstellte. Das machte den Weg frei für eine völlig neue Therapiestrategie: eine Magenschutzbehandlung mit Säure hemmenden Medikamenten zusammen mit einer wirksamen Antibiotika-Therapie zur Beseitigung (Eradikation) des Keimes.
Das Nobelpreiskomitee: "Dank der Pionierleistung von Marshall und Warren sind peptische Ulzera nicht mehr eine chronische und oft schwer belastende Erkrankung, sondern eine Krankheit, die durch eine kurze Antibiotika-Therapie und Medikamente zur Blockade der Magensäureproduktion geheilt werden kann." Davon haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele Millionen Menschen profitiert.
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